Zen

Zen und die Kunst, ein Motorrad zu warten, Foto: Alexa Schober

Derzeit lese ich ein Buch aus einer Zeit, bevor ich geboren wurde. Ein großartiges Buch, das mir in einer Büchertausch-Telefonzelle in die Hände gefallen ist.
Folgender Textauszug ist einer von vielen des Buchs, die auch heute ihre Gültigkeit haben und vor allem in Zeiten wie diesen sehr zum Neu- und Umdenken anregen. Der Roman „Zen und die Kunst, ein Motorrad zu warten“ ist eine Mischung aus Autobiographie, philosophischem Essay und Roadmovie.
Sehr empfehlenswert!

Es ist korrekt, gewisse Institutionen des Staates und des Establishments als „das System“ zu bezeichnen, da diese Organisationen auf denselben strukturellen begrifflichen Bezeichnungen beruhen wie ein Motorrad. Sie werden selbst dann noch strukturelle Beziehungen aufrechterhalten, wenn sie jeden anderen Sinn und Zweck verloren haben. Menschen gehen in eine Fabrik und führen von acht bis fünf ohne zu fragen eine völlig sinnlose Arbeit aus, weil die Struktur es so verlangt. Es gibt keinen Schurken, keinen „fiesen Typ“, der will, dass sie ein sinnloses Leben führen, es liegt nur daran, dass die Struktur, das System es verlangt und keiner bereit ist, sich der ungeheuren Aufgabe zu unterziehen, die Struktur zu verändern, bloß weil sie sinnlos ist.
Reißt man aber eine Fabrik ein oder revoltiert gegen die Regierung oder unterlässt es, ein Motorrad zu reparieren, nur weil es sich dabei um ein System handelt, heißt das, Wirkungen anstelle von Ursachen anzugreifen; und solange nur die Wirkungen angegriffen werden, ist keine Veränderung möglich. Das wahre System, das eigentliche System ist der derzeitige Aufbau unseres systematischen Denkens selbst, die Rationalität selbst, und wenn man eine Fabrik niederreißt, jedoch die Rationalität, die sie hervorgebracht hat, stehen lässt, dann wird die Rationalität einfach eine neue Fabrik hervorbringen.
Wenn eine Revolution eine systematische Regierung vernichtet, die systematischen Denkmuster, die diese Regierung hervorbrachten, jedoch unangetastet lässt, dann werden sich diese Denkmuster in der nachfolgenden Regierung wiederholen. Es wird so viel über das System geredet. Und so wenig begriffen.
Dies und nicht mehr ist das Motorrad, ein in Stahl ausgeführtes Begriffssystem. Es ist kein Teil an ihm, keine Form, die nicht jemandes Kopf entstanden wäre … die Einstellschraube des dritten Ventils ist ebenfalls in Ordnung. Nun noch die letzte. Wehe, wenn die es auch nicht ist … Ich habe festgestellt, dass es Leuten, die noch nie mit Stahl gearbeitet haben, schwerfällt, das einzusehen – dass das Motorrad vor allem ein geistiges Phänomen ist. Sie assoziieren Metall mit bestimmten Formen – Rohre, Stangen, Träger, Werkzeuge, Teile -, die alle irgendwo festgemacht und unveränderlich sind, und sehen darin etwas vorwiegend Physisches. Für einen, der Metall maschinell bearbeitet oder gießt, oder schmiedet oder schweißt, hat dagegen „Stahl“ überhaupt keine Form. Stahl kann jede Form annehmen, die man will, wenn man geschickt genug ist und jede Form bis auf die, die man will, wenn einem dieses Geschick fehlt. Geformte Teile, wie diese Einstellschraube, sind das, was man erreicht, was man aus dem Stahl macht. Stahl hat nicht mehr Form als dieser Dreckklumpen da auf dem Motor. Die Formen sind alle in jemandes Kopf entstanden. Man muss das unbedingt sehen. Und der Stahl? Teufel nochmal, sogar der Stahl ist in jemandes Kopf entstanden. Es gibt in der Natur keinen Stahl. Jeder Bronzesteinzeitmensch hätte einem das sagen können. In der Natur ist lediglich das Potenzial für Stahl angelegt. Weiter nichts. Aber was ist „Potenzial“? Auch das gibt es nur in jemandes Kopf! … Geister.

Aus:
ZEN und die Kunst, ein Motorrad zu warten.
Robert M. Pirsig,
1974, Fischer Verlag.
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Gegenmittel

Graffiti, StreetArt, Barcelona, Foto: Alexa Schober

Okay.
Ich fasse mal die sich MIR in den vergangenen Tagen dargestellte Medienberichterstattung zusammen. Kann ja sein, dass Googles und Facebooks Algorithmen euch etwas anderes vor die Nase setzen, wer weiß das schon so genau …
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Ich soll also meinen GESUNDEN Körper mit einem Mittel zuspritzen, das als Nebenwirkung womöglich Thrombosen in eben diesem noch gesund gewesenem Körper auslöst, wogegen es selbstverständlich ein Gegenmittel gibt, das ich einnehmen soll, um dieses Nebenwirkunsrisiko zu minimieren. Und gegen die möglicherweise auftretenden Nebenwirkungen dieses Gegenmittels (Gegenmittel für ein Mittel, das ich meinem gesunden Körper prophylaktisch gespritzt habe! Um es nochmal zu unterstreichen!!) wird uns zeitnah auch noch ein Gegenmittel präsentiert.
Da bin ich – der Pharmaindustrie sei Dank – ganz unbesorgt.
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Außerdem fordert der Präsident der Oberösterreichischen Ärztekammer, dass UNGEIMPFTE (im Gegensatz zu all den brav geimpften) Menschen, die an Covid-19 erkrankt sind und womöglich im Krankenhaus behandelt werden müssen, einen SELBSTBEHALT zahlen sollen, gleichzeitig sind Pharmakonzerne für mögliche Folgeschäden ihrer Impfstoffe NICHT HAFTBAR. Sowas wäre auch nicht vertretbar, wo kämen wir denn da hin.
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Aber JA! Ist mir alles VÖLLIG PLAUSIBEL, natürlich mache ich da mit!
Und als nächstes frage ich bei Nestlé nach, wie sicher das Trinkwasser aus meiner Leitung im schönen Salzburger Land ist, schließe prophylaktisch ein Jahresabo auf wöchentliche Wasserlieferungen im 100l-Kanister ab, werde noch vorsorglich im österreichischen Gesundheitsministerium nachfragen, wie viel Kubikmeter Luft, mit welcher Maximalintensität in Abstimmung auf die richtige Anzahl an zu gehenden Schritten ich einatmen soll, um dadurch meine Darmperistaltik perfekt einzupendeln auf den täglichen Stuhlgang, der vorzugsweise am frühen Morgen abgehen soll, weil nur so sichergestellt werden kann, dass die wöchentlich einzusendende Stuhlprobe unverfälscht an den Spar-Konzern geleitet wird, der dann wiederum so freundlich ist und mir basierend auf der Analyse meiner Ausscheidungen eine individuell-bedürfnisorientierte Einkaufsliste zuschickt.
JA! Das ist es.
Des Rätsels Lösung.
Warum bin ich da nicht schon früher drauf gekommen !?!
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ERNSTHAFT?
Leute, ich komme da nicht mehr mit.
Wer sich angesichts all dessen, was da zur Zeit veranstaltet wird nicht zumindest 1x pro Woche in einem Lachkrampf den Magen verbiegt, dem ist auch nicht mehr zu helfen.
Dann geht doch weiter da raus und fragt, bittet, lechzt um Informationen darüber, was ihr alles noch nehmen, kaufen, konsumieren könnt, um ENDLICH gesund und glücklich zu sein.
Legt eure Lebendigkeit, eure Intuition und vor allem eure Gesundheit in die Hände all dieser Großkonzern-Superexperten, was könnten die schon anderes wollen, als nur euer Bestes??
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Alternativ kann man auch mal BEWUSST etwas weglassen. Darauf verzichten.
Auf Medienberichterstattung zum Beispiel.
Komplett diesen gesellschaftlichen Kauderwelsch, all die Meinungen, Analysen und Empfehlungen abstellen.
Für 4 Tage.
Einfach so, mal zwischendurch.
Weil sowas JEDE/R kann, wenn er/sie will.
Dazu empfehle ich dann doch ein kleines, zu konsumierendes Medium, täglich eine Stunde. Dieses wunderbar vorgetragene, kleine Werk beinhaltet vier ca. einstündige Hörbücher, die direkt ans Herz, den Bauch, die Intuition und am Verstand andocken.
Jeden Tag eine Stunde von diesem Vierteiler in Ruhe anhören und das Gesagte einfach mal wirken lassen, ohne Medieninput vom Rest der Welt.
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Ja, es kann tatsächlich so einfach sein.
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Bescheuert

Paulo Coelho Zitate, Alexa Schober
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Neulich sagtest du zu mir, dass das permanente Rauschen im Ohr womöglich dafür gut sei, die Gedanken nicht mehr so laut zu hören. Die Stimmigkeit dahinter zeigt sich mir in dem Impuls, es am liebsten 10x hintereinander mit Ausrufezeichen aufzuschreiben, um es noch wahrer zu machen.
Das Gehen macht das auch. Mehr noch das Bergaufsteigen. Weil man aufpassen muss, wo man hintritt. Unachtsamkeit beim Alltagsgehen ist meist nicht mit konkret erlebbarer Gefahr verbunden. Der Abgrund offenbart sich selten so direkt wie in der Höhe, da sind laute Gedanken nur kontraproduktiv.
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Etwas länger ist’s her, da sagtest du auch, du willst mal alles gefühlt haben, was geht. Und im ersten Moment dachte ich, du bist doch bescheuert, das geht doch nicht, und selbst wenn es ginge, wie anstrengend muss das bloß sein, wer will das schon? (Erstaunlich, wie viele Gedanken in einen einzigen Moment passen …)
Und im Moment nach dem ersten Moment konnte ich fühlen, wieso und weshalb und dass nur DAS wirklich das Ziel sein kann, sich als Mensch im jeweiligen Moment vollständig zu fühlen, zu wissen, wo oben und unten ist, also ganz genau, in jedem erdenklichen Zustand.
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Da ist zum Beispiel dieses Gefühl, dass man plötzlich nicht mehr weiß, wo man anfängt und wo man aufhört. Nur der Körper, dieses Fleischklöpschen, nicht das das Sein an sich oder der Kopf und seine lauten Gedanken. Man fühlt es, wenn sich die Fasern aufzulösen beginnen.
Und ich erinnere mich daran, wie wichtig es in solchen Momenten ist, dass da jemand ist, dem du vertraust, der dich festhält und dir mit dem Finger deine Grenzen nachzeichnet, einen kleinen Druck von außen ausübt, damit du wieder weißt, wo genau im Körper du zuhause bist.
Durch dich habe ich erfahren, wie heilsam das ist, den eigenen Körper vorgefühlt zu bekommen in Momenten, in denen sich seine Teile wie wütend zerrissenes Papier im Wind verteilen.
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Du willst also alles gefühlt haben, was man fühlen kann, bist du denn bescheuert, und was, wenn ALLES möglich ist?
Was, wenn alles, was du gefühlt haben wirst bis zum Schluss, wenn all das komplett und ganz ist weil es ganz einfach nicht mehr zu fühlen gibt? WER gibt vor, wie viel es ist oder zu sein hat?
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Ja. Am Ende ist dein Umherwandern auch der Versuch, deine Sammlung zu komplettieren und ich muss lachen dabei, weil es so sehr passt, zu dir, zu uns und zu diesem Weg, den wir gehen.
Du WIRST alles gefühlt haben, was DU fühlen kannst, es kann nicht anders sein und du wirst dich erinnern, vielleicht auch im Schlaf, an dich und den Weg, an uns und den Flug, an all deine Lieben rundherum und auch daran, was noch kommen wird. Es gibt ein Erinnern an das, was noch sein wird, ich weiß es genau!
Du wirst alles gefühlt haben, das verspreche ich dir.
Wie sehr ich dich liebe, du bist doch bescheuert.
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Bindehaut entzündungs prophylaxe

WAHRNEHMEN_Foto: Alexa Schober, Salzburg

Heute ist mir ausnahmsweise nach einem vom Verstand geleiteten Beitrag, dessen Inhalt mir aber nicht minder am Herzen liegt!
„Neues aus der Schreibklugschmeisserei“ oder warum es sexy ist, wenn man mit dem geschriebenen Wort richtig umgehen tut.
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Hat es dir beim Lesen des letzten Satzes da oben auch einen kleinen Stich versetzt? Ja? Dann gehörst auch du zu der gefühlt immer selten werdender Gattung Mensch, die es mag, wenn Sprache an sich und das geschriebene Wort korrekt angewendet werden.
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Sprache ist eine Kunst, deren Gerüst sich auf grammatikalische Strukturen stützt, die zwar nach wie vor modifiziert werden, sich dennoch zu jeder Zeit auf einen allgemein gültigen Konsens beziehen. Und diesen Konsens benötigen wir meiner Meinung nach auch dringend.
Wir haben vor mehr als einem Jahrhundert eine einheitliche Orthografie eingeführt, damit wir Texte leichter verschriftlichen und besser lesen können. Das Gehirn kann Texte, die Standards folgen, viel störungsfreier verarbeiten. Es gibt Studien, die zeigen, dass allein fehlende Kommata das Lesetempo als auch das Textverständnis drastisch verringern.
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Meinungen, die postulieren, Rechtschreibung verlöre an Bedeutung, weil wir heute weniger mit der Hand schreiben, halte ich für Unsinn. Orthografie spielt für das Schreiben in den digitalen Medien m.E. eine nicht minder wichtige Rolle, da das Lesen von Texten auf Bildschirmen oft begleitet wird von bewegt-blinkenden Ablenkungen (Werbung), wodurch wiederum mehr Konzentration gefordert ist, als während der Rezeption von Inhalten auf gedrucktem (ruhigem!) Papier.
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In privaten Chats oder Kurznachrichten schreibe ich prinzipiell alles klein und das schon seit Jahren. Das ergab sich aus reiner Faulheit gegenüber der Umstelltaste am Handy, da ich die Tipperei auf den Hosentaschen-Möchtegern-Wunderwzzis ohnedies lästig empfinde. Was aber nicht heißen soll, dass ich nicht wüsste, was wann warum groß oder klein geschrieben wird. Ich differenziere hier nach Anlass.
Auch schreibe ich hin und wieder im Dialekt, der orthografische Auswüchse manchmal verlangt und oftmals verzeiht. Ich halte es nur für wichtig, dass vor allem Kinder das grundsätzliche Gerüst einer Sprache lernen, damit sie danach bewusst und nicht unwillkürlich unterscheiden können, wann sie welche Form des Ausdrucks zur Anwendung bringen.
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Ich bin phasenweise schockiert angesichts dessen, was ich mancherorts zu lesen bekomme. Selbst in Büchern entdecke ich Fehler, die mir sprichwörtlich die Haare zu Berge stehen lassen und ich frage mich, woran ein anständiges Lektorat eines neuen Werks wohl scheitern mag.
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Brennend beschäftigt mich momentan (mal wieder) der im Deutschen so selbstverständlich gewordene „Deppenapostroph“. Ich kann und will ihn einfach nicht nachvollziehen. Da schlendere ich durch Ikea und begegne einem Holzbrett mit der in der Filiale erstellten Gravur „Lisa’s Küchenbrett“.
Im Englischen lautet es korrekterweise: „Lisa’s cutting board“.
Da allerdings das deutsche „Küchenbrett“ verwendet wird, schreibt man:
Lisas Küchenbrett.
Punkt.
Ganz einfach.
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Dann gesellt sich die lästige Angewohnheit hinzu, deutsche Wörter im Plural mit einem dieser überflüssigen Schwänzchen zu verzieren. WARUM?
WOZU??
An einem Infoboard durfte ich letztens in großen Lettern lesen:
„Aktuelle Info`s“
Das schmerzt doch beim Hinschauen!?
„Apostrophitis“, fällt mir dazu ein. Die griechische Endung „-itis“ bezeichnet in der medizinischen Sprache eine Entzündung. Nicht selten habe ich das Gefühl, meine Bindehaut würde sich entzünden, je öfter ich mir derlei schriftliche Entgleisungen ansehen darf.
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Mancherorts verlangen Menschen in Chat-Foren nach mehr Pippi’s statt Annika’s auf dieser Welt und ich denke mir BITTE lernt die Grammatik, bevor ihr eure tollen Weisheiten in die Welt hinaus posaunt! Ich zumindest kann derart Geschriebenes einfach nicht mehr ernst nehmen, für mich geht da sofort jeder Sinn hinter dem Geschriebenen verloren.
Seit wann schreibt man den Plural (Mehrzahl) von z.B. Oma, Auto oder Handy (zwei Omas, zwei Autos, zwei Handys -> zwei Pippis und zwei Annikas!!!) mit einem Apostroph?
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Dass der Genitiv als grammatikalisches und sehr stilvolles Konstrukt vielerorts eine Herausforderung darstellt und immer seltener anzutreffen ist, da er durch den Dativ (meist unschön aber im Dialekt alltäglich) umgangen wird, ist ein anderes Kapitel. Für mich schwer auszuhalten ist allerdings die Tatsache, dass auch der Genitiv, wenn er dann doch zur Anwendung kommt, mit dem Deppenapostroph behängt wird. Als hätte er es nicht schon schwer genug:
Frau Maier’s Auto ist in der Werkstatt.
Das sind Petra’s Kinder.
Bitte!! Leute!
NEIN.
Lasst das Deppen-Schwänzchen auch hier weg. Es gehört da einfach nicht hin.
Auch nicht apostrophiert werden Verschmelzungen von Präposition (Verhältniswort) und Artikel (Geschlechtswort):
Ans, durchs, fürs, hinters, ins, übers, unters, vors usw..
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Macht die deutsche Sprache nicht unnötig komplizierter, als sie ist. Und unterscheidet Englisches von Deutschem. In meinen Augen gehören diese Skills zur grundlegenden Allgemeinbildung.
Sprache ist für mich nicht nur ein Mittel zur Verständigung, sondern auch ein Kulturschatz, den es zu bewahren gilt. Wer Rechtschreibung und Grammatik als überflüssig ansieht bzw. sie auch online vernachlässigt, wird, wenn es darauf ankommt, an offiziellen Stellen, in Bewerbungen oder in Kommunikationen mit Geschäftspartnern immer wieder auf Unverständnis bzw. Ablehnung treffen. Bewusst oder unbewusst.
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Ach, und weil ich gerade so schön im Flow bin – hier noch eine grundlegende Unterscheidung, worum es geht:
Die Grammatik legt fest, welche Wörter und Wortformen in welcher Reihenfolge zu verwenden sind. Die Rechtschreibung bestimmt, WIE diese Wortformen zu schreiben sind.
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Kurzum: Grammatikfehler lassen sich hören, Rechtschreibfehler nicht.
Bei der Rechtschreibung kommt man nicht drum rum, die Grammatik zu kennen, wenn es zum Beispiel um die Groß- und Kleinschreibung geht oder wenn unterschiedliche Wortformen gleich klingen, aber unterschiedlich geschrieben werden.
Die Grammatik hingegen kommt ganz ohne die Rechtschreibung aus. Man kann grammatikalisch richtig formulieren, ohne sich um die Rechtschreibung kümmern zu müssen. Die Sätze „Wir leben unser leben“ und „Ihr seit seit gestern hier“ sind grammatikalisch korrekt, aber nach den Normen der Rechtschreibung falsch geschrieben.
Dass das dann dazu führen könnte, die Verwendung des Das und des Dass dann auch noch durcheinander zu bringen, oder noch besser: das Dass einfach komplett aus dem Wortschatz zu streichen, möchte ich hiermit einfach mal nicht hoffen.
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Mit herzlichen Grüßen aus der Schreibklugschmeisserei!
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P.S.:
Es ist wohl auch festzuhalten, dass es durchaus einige Menschen wie mich gibt, die grundlegende grammatikalische Fehler fühlen können, ohne groß darüber nachdenken zu müssen.
So wie wohl jede/r seine/ihre Superkraft auf diesem Planeten hat, davon bin ich überzeugt.
Egal was es ist, legt sie (eure Superkraft!) frei und spielt mit ihr – ich kann es wärmstens empfehlen!
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Irrealis


Wenn das Leben porös wird und Fassaden zu bröckeln beginnen, können Gefäßwände platzen.
Wenn man starr ist vor Angst, unbeweglich in ihr fest steckt, verlangsamt sich der Blutstrom. Und wenn dann auch noch die Rollen im Leben neu definiert und verteilt werden, kann es passieren, dass sich die Konsistenz des Blutes verändert.
Venöses Blut fließt zum Herzen, arterielles verlässt es wieder. Und ein Thrombus kann es zum Stillstand bringen.
Er tut das ganz ohne Vorwarnung und irgendwann mittendrin hilft dann kein Räuspern mehr weil auch der ausgestreckte Arm in seiner Vorstellung stecken bleibt, der greift sich dann doch lieber an die Brust und krampft die Finger zur Faust um dem Herzen auf die Sprünge zu helfen, damit es gefälligst da weiter macht, wo es es so unsanft unterbrochen wurde.
Ein Thrombus kann das Herz zum Stillstand bringen.
Kann.
KÖNNTE.
[Konjunktiv 2 bzw. „Irrealis“]
Es muss ja nicht unbedingt so sein.
Man könnte sich auch endlich ein Faible für prophylaktische Maßnahmen aneignen.
Nein, man KANN.
Sich ein Faible für prophylaktische Maßnahmen aneignen.
Im Sinne von gesunder Ernährung, frischer Luft, Gedankenhygiene, reichlich Bewegung, Nähe zu anderen, Geborgenheit, Dankbarkeit, Altruismus, Großzügigkeit etc..
Dem Herzen (und der gesamten Welt) auf die Sprünge zu helfen könnte so einfach sein.
KANN so einfach sein.
Wenn wir wollen
statt zu müssen,
können wir so viel.
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Berührend Reich

Barcelona 2007, Foto: Alexa Schober.
Wie lange sind die Intervalle zwischen deinen Blicken aufs Handy?
Wessen Telefonnummer kennst du noch auswendig?
Ist es ein Bildschirm, dem du frühmorgens deinen allerersten Blick schenkst?
Wie viel Kommunikation jenseits von WhatsApp, E-Mail, Facebook, Instagram usw. hast du noch?
ECHTE, berührende Kommunikation?
Ich denke, manchmal sollte man innehalten und all das hinterfragen.
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Wie ist es bestellt um den eigenen Fokus, die Aufmerksamkeitsspanne, die nicht diktiert wird, sondern selbstbestimmt ist?
Muss ich all das, was mir diese sogenannten Informationstechnologien und ihre „sozialen“ Medien (meist aufpoliert, gefiltert und absichtsorientiert) präsentieren, denn auch wissen?
Inwiefern bereichern diese Informationen mein Leben? All diese Bilder und knappen Chat-Sätze anderer. Mittlerweile scheint fast alles bewegt-animiert zu sein, um das Gehirn noch intensiver mit Reizen zu füttern. Um es am eigenständigen Denken und Fühlen zu hindern?
„Informationsbeschaffung“ mittels Informationstechnologien.
Und weiter?
WAS genau macht man mit all diesen Informationen? Machen sie mich schlauer? Muss ich das sein?? WILL ich das sein? Informierter? Glücklich? Neidisch? Traurig?
Weil zeigefingerwischend und mit gesenktem Kopf vor einem Bildschirm sitzend nebst hunderter Facebook- und WhatsApp-Kontakte dennoch ein Gefühl der Leere entsteht?
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Hast du noch ein Foto von einem Menschen, das vielleicht in einer Schreibtischlade liegt? Nur dort, weil es eben dort sein soll, und in keinem digitalen Zurschaugestellt-Album? Weil es um keinen Deut weniger wertvoll ist, wenn es nicht alle Kontakte irgend eines Netzwerks kennen.
Und wann hast du das letzte Mal einen Brief erhalten? Vielleicht sogar handgeschrieben? Kennst du deine eigene Handschrift noch?
Kannst du ein Konzert besuchen und statt des Handys all deine Sinne hoch halten? Die Bilder und Töne in dir selbst festmachen?
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Ich bin fürs Ausschalten und Abkoppeln. Hin und wieder. Ganz bewusst.
Seiner eigenen Echtheit und Körperlichkeit willen. Und für all jene, denen man währenddessen begegnet.
Auf Augenhöhe, zum Anfassen nahe. Wieder einmal aus diesem wunderbaren Gesamtkunstwerk der Mimik, Gestik und dem Timbre der Stimme eines Gegenübers lesen und darin so viel mehr erfahren, als Worte oder Bilder es jemals ausdrücken können.
Ganz zu schweigen von verkürzten Sätzen und Smileys in abgehakten Kurznachrichten.
Ich bin auch für die Freiheit, einfach auszuschalten, wegzulassen, Pause zu machen, zur Ruhe zu kommen. Sich von Technologie loslösen, um sie danach wieder bewusst zu nutzen und zu schätzen.
Das reflektierende Moment, dass man etwas, das immer da ist, nicht einfach ungefragt hinnimmt, sondern es bewusst tut. Und es nicht wie selbstverständlich in jeden Bereich des Lebens eindringen lässt.
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Es tut gut, nicht immer alles sofort zu wissen. Manche Dinge nicht nachzuschlagen, weil es eigentlich egal ist. Weil dieser kurze Blick auf den Bildschirm nichts verändert. Eine Gewohnheit neu schreiben, weil ich es kann und weil ich Perspektiven manchmal verändern muss, damit sie nicht einfrieren. Weil es für mich dazu gehört, Sachen nicht nur auf eine einzige Art und Weise zu tun, um so das Rundherum kennen zu lernen und die darin enthaltenen Möglichkeiten.
Das Internet abstellen, um auch das getan zu haben.
Den Wert der Haptik nicht vergessen!
Etwas und jemanden BERÜHREN.
So ganz in echt.
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Lebensverkoster

Lebensverkoster Art & Energy, Foto: Alexa Schober 2020
Es folgt ein Erfahrungsbericht von einer persönlich betreuten Reise auf der Suche nach mehr Selbstliebe, Harmonie und Zufriedenheit in meinem Leben.
Interessierten kann ich die Begleitung von dieser wundervollen Frau allerwärmstens ans Herz legen!
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Alexa, tanz mir das Lied der Lebensverkoster!
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Meine Reise mit Christina Miller begann an einem Punkt, an dem ich die Schnauze gestrichen voll hatte. Von all den Reisen, die ich bis zu diesem Punkt bereits alleine vollbracht hatte.
Ich hatte die Schnauze voll von den Wiederholungen in meinem Leben, wo ich doch schon so viel hingeschaut, verdaut, erkannt und eingesehen habe.
Theoretischer Natur, da oben, im Kopf.
Ich war es leid, wie beim Auffädeln einer Perlenkette dabei zuzusehen, wie ich immer wieder ganz ähnliche Beziehungsmuster in mein Leben zog, sie selbst kreierte, obwohl ich mir das das genaue Gegenteil davon wünschte. Und ich war es ebenso leid, mit meinen breit gefächerten Interessen und Begabungen auf der Stelle zu treten, obwohl ich ohnedies alle 4 Jahre etwas komplett anderes machte. Ich war energielos und gleichzeitig voller Hunger nach nach einem lustvoll und harmonisch gelebten Leben.
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Mein Kopf war ein übervolles, wummerndes Sammelsurium an Wissen rund um die Themen Selbstfindung, Entfaltung, inneres Wachstum, Schöpfertum, Achtsamkeit, Hochsensibilität, Schattenarbeit usw.. Tonnenweise Bücher, stundenlange Video Coachings, stapelweise vollgeschriebene Notizbücher.
Und dennoch stand ich vor dieser Frau, mit tränenden Augen, in einem völligen Unverständnis meiner selbst. Da war dieses noch immer lodernde Feuer in mir drin, das mich nicht zur Ruhe kommen ließ, diese Sehnsucht nach mehr, das konnte es noch nicht gewesen sein.
Ich wollte ERFAHREN, wovon sie alle zigfach schreiben, diese berühmten Autoren. Und ja, ich war wütend auf mich selbst. Weil ich “ES” noch immer nicht hinbekommen hatte. Zu dem Zeitpunkt wusste ich noch nichtmal, was dieses ES überhaupt war, nachdem ich mich so sehr sehnte.
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Was ich wusste war, dass ich endlich mal raus wollte aus diesem kopfgesteuerten Verstehen und rein ins verständnisvolle FÜHLEN; in ein Mitgefühl mir selbst gegenüber, um dann endlich in ein TUN zu kommen, das sich richtig, leicht und stimmig anfühlt.
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Als mir Tina das 1. Mal gegenüber saß, sie mir und meiner Geschichte LAUSCHTE, war es wie ein Heimkommen. Zu mir selbst.
Da saß eine Frau vor mir, die mir WIRKLICH in die Augen sah, mir wirklich zuhörte und mich wahrnahm. Ich war hyper aufgedreht, sprach kreuz und quer und gleichzeitig hat es sich angefühlt wie ein langsames Ausatmen nachdem man zu lange zu viel in sich aufgesaugt und angestaut hat.
Ausatmen im Angesicht eines Menschen, der dich voll und ganz wahrnimmt.
Vorbehaltlos.
Dann gab es diesen einen Moment, in dem ich mich in ihrem Angesicht seit langer Zeit zum ersten Mal selbst wieder sehen konnte. Wie in einem Spiegel. Es war alles da, in mir drin, immer schon.
Tina gab mir in diesem Moment – nonverbal – einen Zugang zu meinem Selbst, eine Vorahnung dessen, was alles möglich IST, eine unendliche Vorfreude auf all die Möglichkeiten. In diesem Moment war es um mich geschehen.
Es gab kein Zurück mehr, ich wollte ES, ich wollte mehr, ich wollte auf diese Reise zurück zu mir selbst hin zu einem MEHR an Möglichkeiten.
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Wenn man mal unterwegs ist mit dieser einfühlsamen, humorvollen, quicklebendigen und hochbegabten Frau, treten Veränderungen im Leben auf, die allesamt geprägt sind von einem bewussten Erschaffen einer neuen Realität.
Es gibt Momente, in denen dir alles zu viel zu sein scheint, in denen Veränderungen in meterhohen Wellen an die Küste deines Verstandes krachen, dann wieder geschehen Dinge derart subtil und leichtfüssig, dass du sie mit lachender Dankbarkeit erst im Nachhinein wahrnimmst.
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Es gibt nur einen Haken an der Sache:
DU musst es WOLLEN.
Mit jeder Faser deines Körpers, mit jedem Quäntchen deines Seins.
Aus tiefstem Herzen.
Du musst diese Veränderung selbst wollen und bereit sein, dich einzulassen. Auf dich selbst, auch auf deine Schatten, auf den Weg, auf eine Umprogrammierung von Altbekanntem und auf das zauberhafte Wesen namens Christina Miller. Wenn du das wirklich-wirklich willst und du mitgehst, dann ist diese Frau da.
Voll und ganz.
Diese Hand, die sie dir reicht, ist ein Versprechen.
Das sie und damit dich..
hält.
Bis du dort stehst,
wo es dann wirklich-wirklich für dich weitergehen kann.
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P.S.: Jenen Betrag, den ich Anfang September in diese intensive, persönliche, 8-wöchige Begleitung investiert habe, hätte ich heuer zum Reisen verplant. Im Frühjahr, im Sommer, ganz egal. Da dieser Planet derzeit andere Pläne als jene der großen Fernreisen zu schmieden scheint, kann ich nur sagen:
Danke Corona!
Für diese Möglichkeit zur Nah-Reise.
Zum Nah-Schauen auf all das, was in mir steckt.
In diesem Fall hast du meine Energien und meine Aufmerksamkeit in eine Richtung gelenkt, die wertvoller und bereichernder nicht sein könnte.
Diese Reise mit Christina Miller, ein Stück weit zu meinem Wesenskern und zur Freude zurück hin zum Lebensverkoster, ist definitiv mein Highlight des Jahres 2020.
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Kontaktaufnahme und Buchungen:
Lebensverkoster Art & Energy
Facebook-Gruppe „Sei ein Lebensverkoster“
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E-Motion

Foto: Alexa Schober 2020

Lockdown #2 im schönen Österreich, diesmal mit „Hausarrest“ zwischen 20 und 6 Uhr. Ja mei. Irgendwie haben sie sich alle festgebissen an diesem Corona-Dingens. Dass das Leben an sich tödlich ist, und zwar ab der 1. Sekunde unserer Geburt, das wird nach wie vor ausgeblendet, aber okay. Es ist wie es ist.
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Die Sache mit dem Reisen scheint auch noch immer ihre Hemmschuhe im Handgepäck herumzuschleppen, was es für mich wenig attraktiv macht. Diese Dinger leg ich mir lieber dann lieber wie gehabt aufs Gleis. Mein Lieblingsmonat, der November hat Einzug gehalten und und ich besinne mich einmal mehr auf das, was IST. Hier. Vor meiner Nase. Und ich muss wirklich sagen:
#scheißewasbinichglücklichhierzusein!!
Und das tun zu können, was ich am meisten liebe inmitten einer Natur, die ihresgleichen sucht und die ich noch nichtmal zu einem Bruchteil erkundet habe. Hier, in diesem kleinen Fleckchen namens Österreich. Ja und das klappt auch während dieses Wonneproppenmonats.
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Bergsteigen.
Ich brauche nicht viel dafür. Eine anständige Kondi ist von Vorteil, etwas regenfest sollte man hierzulande auch sein, ausgestattet mit gesundem Hausverstand, Zähigkeit in so machen Belangen schadet sowieso nie UND ordentliches, qualitativ hochwertiges Schuhwerk darf es auch sein. Das war es dann auch schon. Begeisterung und Motivation stecken in den Beinen, Touren gibt es hierzulande wie Sand am Meer – das mir merkwürdigerweise noch immer nicht fehlt – ich bin wohl ein Kind der Berge durch und durch.
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Ich liebe es, in Bewegung zu sein. Wenn es nach mir ginge, würde ich den ganzen Tag irgendwo in der Natur herumkraxeln. Schauend, fühlend, hörend und staunend. Vor allem und ganz wesentlich dabei: der inneren Stimme zu lauschen, die sich mir vor allem in der körperlichen Anstrengung des Bergaufsteigens am verständlichsten ausdrückt. Weil der Puls dann ENDLICH mal einen REALEN Grund hat, um an den Ohren rauszupumpen! Der Kopf hat da meist Sendepause.
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Weil ich es mit dem Herzen fühle, was die Bewegung mit mir macht, wie sie mich körperlich gesund und geistig fit hält, kann ich gar nicht anders, als mich regelmäßig zu bewegen. Ich nenne es eines meiner fundamentalen Grundbedürfnisse. Kaum anderorts erlebe ich mich so intensiv und authentisch wie bei der Bewegung in der freien Natur. Was mir gut tut, in welcher Dosis oder Intensität oder warum etwas weggelassen werden sollte, all das offenbart mir mein Körper in der freien Bewegung. Das sind Momente, in denen der Bauch schneller Antworten gibt, als der Verstand „ja aber..!“ plärren kann.
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Ja, sollen sie downlocken solange sie wollen.
Einsperren lasse ich mich dennoch nicht. Diese Option gibt es ganz einfach nicht. Spannend fände ich ja die Frage was geschähe, wenn Herr und Frau Ö plötzlich alle gleichzeitig die Schnauze voll hätten und ALLE gesammelt die Arbeit nieder legten.
Wenn schon Lockdown, dann g’scheit, oder?
WAS würde passieren?
[Was meint ihr? Werte Regierung. Was würde eurer Meinung nach geschehen in diesem Land, wenn wir alle auch Abstand zu eurem Steuereinahmeinstrument hielten??)]
Warum habe ich da so ein Gefühl, das mir sagt, Corona wäre wie von Geisterhand verschwunden. Aus der medialen Berichterstattung.
Es käme einer neuzeitlichen Wunderheilung gleich.
Ja und eure Gehälter würden auch mal einfach ausfallen, schließlich bezahlen WIR euch mit unseren Steuern..
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Hach, was für ein erheiternder Gedanke.
Und schön, dass Gedanken nach wie vor frei sind.
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Flieg

 

Für N.
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Kleines Mädchen,
unterdrücke niemals deine Stimme, für niemanden, hörst du?
Der einzige Ort, an dem Schweigen angebracht ist, sind Bibliotheken und das auch nur, weil sich das jemand mal ausgedacht hat, das war es dann aber schon.
Lass sie dir nicht nehmen, schon gar nicht, wenn du dich verletzt fühlst.
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Wage es nicht, deine Flügel zu stutzen, die dazu gedacht sind, dich hoch hinaus zu tragen, raus aus dem Raum, von dem du meinst, er würde dich erdrücken, lass diese Flügel die Decke durchbrechen!
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Mädchen, du bist für gar nichts zu klein, auch wenn sich da oben ein Adjektiv hineingeschummelt hat, du bist nur so klein, wie du dir selbst erlaubst, es zu sein, merk dir das!
Dir begegnen Tritthocker auf dem Weg zu den Sternen, manchmal sind sie klein oder ziemlich unsichtbar. Dennoch sind sie da, verlass dich drauf, die Dinger halten!
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Es mag eine Million Menschen da draußen geben, die es nicht kümmert, wie es dir geht aber ebenfalls da draußen gibt es den Menschen, der von jedem noch so kleinen Detail deiner gesamten Existenz wissen möchte, in dessen Leben DU einen Unterschied markierst, der Mensch, dem du die Welt bedeutest.
Du wirst sie wieder finden, wenn du es erlaubst, gesehen zu werden, vertrau mir.
All diese Menschen.
Wer sagt, dass es nur einer ist?
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In der Zwischenzeit, freunde dich mit deinem Spiegel an. Sieh dir in die Augen und entdecke in ihnen, wie viel Leben, wie viel Liebe und Verspieltheit hinter den traurig glänzenden Pupillen steckt. Es ist alles da, es lebt in dir, es pulsiert und braucht DEINE Unterstützung, um wieder zum Vorschein zu kommen.
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Junges Fräulein.
Unterdrücke niemals deinen Schrei, brülle, wenn es sein muss, lass es dir von niemandem ausreden, die Welt soll dich hören.
Ich will dich hören.
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Hör niemals auf, die Haarbürste als Mikrofon zu missbrauchen, sei niemals zu alt, um in schlüpfrigen Socken singend über den nassen Küchenboden zu rutschen oder dir aus den im Laufe der Jahre angehäuften Ikea-Inbusschlüsseln den Eiseren Thron in Königsmund selbst zu erbauen.
Du kannst dieses Mädchen nicht aus der Kriegerin herauswurschteln, so, als hätten sie nichts miteinander zu tun. Und umgekehrt auch nicht, sie werden sich immer quer stellen, alle beide und dann scheppert’s gewaltig, merkst du das?
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Denk daran, Liebes.
Vor allem dann, wenn das Leben schwer auf den Schultern zu liegen scheint und die Kraft nicht reicht, um die Flügel zu heben. Es ist okay! Wir müssen nicht immer kräftig sein, gib dich dem Schwachsein hin aber ertrinke nicht darin! Schwachsein wurde erfunden, um zu Kräften zu kommen.
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Du wunderschöne, erwachsene FRAU.
Niemals lass dir deine Stimme nehmen, unterdrücke sie nicht, für niemanden, hörst du?
Das kleine Mädchen in dir braucht sie.
Sie braucht dich.
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Es wird immer wieder Zeiten geben im Leben, in denen wir Menschen vertrauen, die es nicht verdient haben. In dieser Dunkelheit meinen wir, unsere Fähigkeit zu träumen verloren zu haben.
Ich wünsche mir für dich, dass wenn du diese finalen Zeilen erreichst, diese bescheuerte letzte Seite, dass du den fettesten und grellsten Textmarker hervorkramst, einen kräftigen Stricht damit ziehst, quer übers Ende und drüber hinaus und dass du währenddessen laut rausschreist
„Ja, ich will!! Träumen, und leben ich will wieder LIEBEN!!“
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Hör mir gut zu, diese Linie markiert den Anfang eines neuen Kapitels, den Beginn von etwas Größerem, weit größer, als du es dir in diesem Augenblick vielleicht vorstellen kannst.
Denn (und hör mir wirklich gut zu!), da draußen gibt es Menschen, die ihren Atem schon lange anhalten für den Moment, an dem sie dein strahlendes Lächeln wieder sehen dürfen.
Zeig dich.
Wir sind da.
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In Liebe,
A.
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