Kontrafaktisch

Foto: Ariane Pellini, 2019 http://tonfrau.at/
Foto: Ariane Pellini, 2019
http://tonfrau.at/

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Auch eines jener Dinge, die jedes Jahr dazu gehören. Jetzt wird wieder über das Wetter geschimpft, über die Kapriolen und warum das alles nicht etwas ausgeglichener sein könnte, scheinbar macht man das so. Wie das Schimpfen auf den öffentlichen Nahverkehr, das Schimpfen über Menschen, die zu langsam funktionieren und Autos, die zu schnell fahren. Also wird auch über das Wetter geschimpft, weil das Wetter es einem sowieso nicht recht machen kann.
In Wirklichkeit ist er ganz einfach so, der Frühling.
Neues kam noch nie ohne vorhergehendem Getöse in der Verabschiedung von Altem. Er war nie anders, dieser jährliche Frühling. Heuer schon im Februar, wie ein zwinkender Gruß nach 2 Monaten sintflutartiger Schneefälle. 2019 hüllte sich zu Beginn in einen riesigen, weißen Mantel erdrückender Stille, der nun mit viel Lärm aufbricht.
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Frühling ist ganz einfach so, da kannst du dich auf den Kopf stellen, du wirst trotzdem nass, dir friert, überall kommt der Dreck zum Vorschein und zwischenzeitlich rinnt dir in der prallen Sonne der Schweiß den Rücken hinab. Frühling ist Übergang und darüber schimpft man eben, weil Übergang auch Unklarheit bedeutet und Überraschung und Unvorhergesehenes und Abschied und auch mal Ent-Täuschung, aber eben auch Anfang und Sortieren und Loslassen und Zurechtstutzen, danach Säen und Wässern und nicht mehr so viele Pullis übereinander tragen, jedenfalls nicht mehr jeden Tag..
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Übergang ist auch immer herumwurschteln, aus den Wolken fallen und sich gewöhnen. An neue Menschen, neue Verpflichtungen, an Uhrzeiten, Jahreszahlen und Altersangaben.
Dem Frühling ist das alles herzlich egal, er kommt jedes Jahr wieder und wir täten gut daran uns vor Augen zu halten, dass wir nicht unendlich viele von ihnen erleben. Zumindest nicht in diesem Körper.
Wir werden das Wie nicht ändern können, auch nicht mit Tiraden, aber wir haben unsere Reaktion darauf selbst in der Hand.
Wir glauben so oft zu wissen, wie etwas zu sein hat.
Und vergessen dabei zu sehen, wie es ganz einfach ist.
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3 Gedanken zu “Kontrafaktisch

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